In der 9. Klasse wird das Korbflechten in Epochen gegeben. Die Schüler arbeiten nicht mehr in der Fläche, sondern ergreifen den Raum.
Dieses Ergreifen muss ganz bewusst geschehen, die Form kann nicht dem Zufall überlassen werden. Dazu gehören Konzentration, Wille, Beherrschung und Durchschauung der Arbeitstechnik und Auseinandersetzung mit dem Material. Peddingrohr ist ein Naturflechtstoff, der aus dem Korn der biegsamen, langen Stämmchen der Schlingpalme (calamus rotan) gewonnen wird, die vornehmlich in den asiatischen Tropen wächst. Beim Korbflechten wir von einem Punkt ausgegangen und spiralförmig gearbeitet. Es ist eine Vorform des Webens. Man nimmt zum Flechten stets zweierlei Rohr. Zum Gerippe, oder wie der Fachausdruck heißt, zu den "Staken" wird stärkeres, zum Durchflechten feineres genommen. Das Durchflechtrohr muss, damit es sich gut um die Staken herumlegt und nicht bricht, vor dem Verarbeiten in Wasser gelegt werden. Die erste Arbeit der Schüler ist ein Untersetzen, der aus einem dünnen Peddingrohr geflochten wird. Später werden alle Korbböden in gleicher Weise, allerdings ist das Material stärker und schwieriger zu handhaben, gearbeitet. Hat man die gewünschte Bodengröße erreicht, müssen - will man einen Korb flechten - für die Korbwand neue Staken zugeschnitten werden. Wille, Kraft und Konzentration sind jetzt notwendig, um aus der Waagerechten in die Senkrechte zu kommen. Bewusst muss jetzt die Form geführt und das Flechtwerk fest und gleichmäßíg gearbeitet werden. Jede Unachtsamkeit wird sofort sichtbar. Hat der Korb die gewünschte Höhe, werden die Stakenenden für das Randgeflecht alle gleich lang abgeschnitten und gut eingeweicht. Die Schüler lernen die verschiedensten Flechtarbeiten und Randabschlüsse kennen. Erika Lach aus: "Mitteilungen" Nr. 27 der RSS Hamburg-Nienstedten, gekürzte Fassung
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